Bienen verbringen fast ihr gesamtes Leben in der Dunkelheit des Stocks. Wenn wir die Bienchen bei ihren Flügen beobachten und uns an ihrem Treiben erfreuen, dann haben sie den Großteil ihres kurzen Lebens schon hinter sich, drei Wochen Entwicklungszeit als Ei, Larve und Puppe, drei  Wochen „Innendienst“ als Stockbienen. Nur die Altbienen fliegen in ihren letzten ein bis drei Lebenswochen als Sammelbienen umher. In dieser kurzen Zeit können wir sie beobachten und diese kurze Lebensspanne prägt unser Bild von der fleißigen, Nektar und Pollen sammelnden Honigbiene. Gerade einmal ein Drittel ihrer Lebenszeit, die meiste Zeit liegt in absoluter Finsternis.

Das Bienenvolk ist ein selbstregulierender Superorganismus der nur als Einheit bestehen kann, die einzelnen Tiere sind ohne die Gemeinschaft nicht lebensfähig. Das Volk besteht aus drei Bienenwesen, einer Königin, je nach Jahreszeit 5.000 bis 50.000 Arbeiterinnen und im Sommer aus einigen 100 bis 1.000 männlichen Drohnen. Die Königin ist in ihrer Einzelstellung das wichtigste Wesen im Bienenvolk, sie wird beim Hochzeitsflug als Jungkönigin von den Drohnen begattet und kann ihr Leben lang befruchtete und unbefruchtete Eier legen. Aus unbefruchteten Eiern, die sie ausschließlich in größere Waben legt, werden männlich Drohnen, aus den befruchteten Eiern ziehen die Arbeiterinnen, je nach Fütterung der Larven, Arbeiterinnen oder eine neue Königin heran.

  • Drohnen
    Die Drohnen sind die männlichen Tiere einer Bienenkolonie, sie haben mit 24 Tagen die längste Entwicklungszeit aller Bienenwesen. Ihre Brutzellen sind mit einem Durchmesser von 6,3 mm deutlich größer als die der Arbeiterinnen, die exakt einen Durchmesser von 5,3 mm haben. Nur in der Zeit von April bis Juli legt die Königin in die von … Weiterlesen
  • Superorganismus
    Das Bienenvolk ist ein sich selbst regulierender Superorganismus. Jede einzelne Biene trifft ihre eigenen Entscheidungen, die in Konkurrenz oder Kooperation zu den Entscheidungen anderer Bienen stehen. Die Gesamtheit dieser Entscheidungen steuert den Superorganismus. Die Arbeiterinnen sind die eigentlichen Verantwortlichen in der Bienenkolonie. Sie bestimmen wann und wie viel Nektar und Pollen eingetragen werden, wie stark … Weiterlesen
  • Arbeiterin
    Aus befruchteten Eiern schlüpfen nach drei Tagen die Larven, die als Rundmaden bezeichnet werden, da sie gekrümmt am Wabenzellenboden liegen. Sie werden drei Tage mit Gelee Royal gefüttert, um das Immunsystem zu stärken, danach erhalten Arbeiterinnenlarven ausschließlich Eiweiß in Form von Pollen und Kohlenhydrate in Form von Nektar. Wenn sich die Made nach sechs Tagen … Weiterlesen
  • Königinnentausch
    Sinkt der Königinnenduftstoff im Volk, werden von den Arbeiterinnen Weiselzellen am unteren Rand der Wabe angelegt und die alte Königin bestiftet diese. Danach wird die Königin auf Diät gesetzt und wird so wieder flugfähig. Bevor die neue Prinzessin schlüpft, verlässt die alte Königin den Stock mit etwa der Hälfte der Arbeiterinnen als Schwarm. Nach etwa … Weiterlesen
  • Königin
    Die Königin oder Weisel ist das größte Tier im Volk. Sie ist 50 % größer als eine normale Arbeiterin und das einzig voll ausgeprägte Weibchen, das Eier legt. Sie wird 5 bis 6 Jahre alt und ist keine Regentin, lediglich durch Pheromone, ihren Königinnenduftstoff, hält sie das Volk zusammen. Sie sammelt keinen Nektar oder Pollen … Weiterlesen
  • Sammelarbeit
    Das Bienenvolk besucht je nach Trachtangebot die Blüten im Umkreis des Stocks von 2 – 4 Kilometer und ist dabei äußerst effektiv. Pfadfinderbienen, ca. 5 – 20 % der Flugbienen, erkunden etliche Quadratkilometer Landschaft mit vielen Millionen Blüten, rekrutieren im Stock die Sammelbienen und führen sie zur Trachtquelle. Hierbei werden nur so viele Sammelbienen ausgesendet, … Weiterlesen
  • Sammelleistung
    Nur die Altbienen sind Flugbienen und können erst ab 12°C Außentemperatur fliegen. Sie sammeln maximal 20 Tage lang, danach sterben sie. Starke Völker bringen im Verlauf eines Sommers bis zu 200.000 Sammelbienen hervor, die rein rechnerisch über 1.000 Kilo Nektar sammeln können, was einem Honigvolumen von bis zu 500 Kilo entsprechen würde. Bedingt durch Umwelteinflüsse … Weiterlesen
  • Nektar
    Bienen sammeln keinen Honig sondern Nektar, den die Pflanzen in den Blüten und in nicht floralen Nektarien absondern. Eine Bienenkolonie kann an einem einzigen Tag mehrere Millionen Blüten besuchen und bestäuben. Durch die Trachttreue und das schonende Pollensammeln der Honigbienen muss die Pflanze vergleichsweise weniger Pollen produzieren. Um die Bienen anzulocken wird in den Blüten … Weiterlesen